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Alles verändert sich, doch der Spiegel zeigt es nicht

Vor ein paar Tagen saß ich mit einer Kundin im Coaching. Sie hatte ihrenAlltag angepasst, trainiert, bewusster gegessen, ihre Prioritäten neu sortiert, drei Wochen lang war sie drangeblieben, hatte ihr Bestes gegeben, war stolz darauf, sich nicht mehr nur um andere zu kümmern, sondern sich selbst endlich wieder in den Mittelpunkt zu rücken. 


Und dann kam dieser Satz: „Ich ziehe das echt gut durch, aber ich seh’s irgendwie nichts im Spiegel.“ Ein Gedanken, der so viel ausdrückt: Ungeduld, Unsicherheit, Zweifel daran, ob sich all der Aufwand tatsächlich lohnt, wenn die sichtbare Bestätigung (vorerst) ausbleibt. Genau hier, in diesem Moment zwischen „Ich tu doch alles“ und „Es zeigt sich nicht“, kippen viele zurück in alte Muster. Sie geben auf, obwohl sie gerade anfangen, sich aufzubauen. Weil sie glauben, ihr Körper würde nicht reagieren, dabei tut er genau das. Er reagiert. Jeden Tag. Dein Körper ist in Bewegung, ob du es wahrnimmst oder nicht. Er verändert sich in jeder Stunde, in der du dich für dich entscheidest, aber auch in jeder Stunde, in der du dich gegen dich entscheidest. Du stärkst oder schwächst, du baust auf oder verlierst, du formst bewusst oder du formst dich unbewusst zurück. Und genau deshalb ist es so wichtig, diesen Prozess nicht durch den Spiegel allein bewerten zu wollen, sondern zu erkennen, was längst unter der Oberfläche arbeitet.



Bodybuilding = Deinen Körper bewusst formen


Das beginnt nicht im Gym, sondern im Alltag. Du brauchst keinen Bühnenwettkampf und keine Diät-Challenge, um an deinem Körper zu arbeiten, denn du tust es sowieso, bewusst oder unbewusst, förderlich oder sabotierend, aufbauend oder zehrend. Jeder Mensch betreibt jeden Tag Bodybuilding, weil jede Mahlzeit, jede Bewegung, jede Entscheidung und jeder Gedanke Einfluss darauf haben, wie dein Körper sich entwickelt. Die entscheidende Frage ist also nicht, ob du dich formst, sondern in welche Richtung. Wenn du drei Wochen konsequent etwas aufgebaut hast, dich dann aber entmutigt fühlst und alles wieder über Bord wirfst, nur weil du es noch nicht sehen kannst, dann formst du dich trotzdem weiter, nur eben rückwärts. Du bewegst dich in Richtung Selbstsabotage, in Richtung des alten Ichs, das sich zwar bemüht hat, aber nie das Vertrauen hatte, dranzubleiben, bis es wirklich sichtbar wurde. Und was dabei oft übersehen wird: Nicht der Körper ist langsam, sondern unser Wunsch nach sofortiger Belohnung ist manchmal zu laut.


Die Veränderung passiert, aber nicht immer da, wo du zuerst hinschaust 


Muskeln entstehen nicht nach dem dritten Training. Fett schmilzt nicht nach zwei gesunden Tagen. Haltung, Energie und Stoffwechsel verändern sich nicht über Nacht. Aber sie verändern sich - garantiert. Der Körper braucht Wiederholung, Reize, Ruhe, Nahrung und Vertrauen. Er braucht eine Richtung, die du ihm immer wieder vorgibst und ein Maß an Geduld, das du dir selbst erlaubst. Die Idee vom 4-Wochen-Sommerbody ist ein Verkaufsversprechen, kein realistischer Prozess.


Und auch wenn es attraktiv klingt, in kurzer Zeit möglichst viel„wegzumachen“, ist das nicht das, was dich langfristig stark macht. Der echte Weg liegt nicht in kurzfristigen Hacks, sondern in einem Leben, das du dir aufbaust, einem Alltag, den du gestalten willst, weil er zu dir passt und dich stärkt. Das ist der eigentliche „Hack“: keine Liste von Regeln, sondern ein Lebensstil, der dich trägt.

 
 
 

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